10 Fragen des NABU – hier meine Antworten

10 Fragen des NABU an die Wardenburger Parteien

 

Kelvin Witte, Sprecher der NABU Ortsgruppe Wardenburg stellte nachfolgende Fragen an die Kandidaten der Wardenburger Kommunalwahl 2021. Hier die Fragen und meine Antworten:

 

Frage 1:
Was konkret soll für die Artenvielfalt getan werden? Mit welchen administrativen und praktischen Vorhaben setzen Sie sich für den Erhalt der Biodiversität im Siedlungsbereich sowie in der freien Landschaft ein?

Ich setze mich dafür ein, dass die Einhaltung des Schottergartenverbotes stärker kontrolliert wird, um für einen Rückbau von Schottergärten und für einen Rückbau von Gartenabschottungen zu sorgen. Im gleichen Zuge mehr Aufklärung der Bürger:innen zum Thema Artenvielfalt. Hier auch engere Zusammenarbeit mit Vereinen (= Menschen) vor Ort, die sich für Artenvielfalt einsetzen. Parallel den Kontakt zu landwirtschaftlichen Betrieben in der Gemeinde pflegen, um auf „kurzen Wegen“ für eine Nutzung von ausgewählten Flächen für den Anbau von artenfreundlichen Pflanzen zu sorgen.

Ackerrandstreifen und Wegeränder gezielt mit Blühstreifen versehen

 

Frage 2:
Mit welchen Maßnahmen werden Sie den Schutz von Insekten voranbringen

Siehe Punkt 1 – Nutzung in Frage kommender Freiflächen (Ackerstreifen, Grünstreifen). Durch Aktionen – gemeinsam mit Vereinen / Menschen – für mehr Naturbildung sorgen.

Die Landwirtschaft in Wardenburg hat bereits an vielen Stellen Blühstreifen angelegt, dies gilt es nachhaltig weiterzuführen. Wallhecken als Feldbegrenzung und Wegebegrenzung müssen gefördert werden, sie sind Rückzugsorte und Brutorte vieler Tiere,

 

Frage 3:
Welche finanziellen und personellen Voraussetzungen werden Sie für die Umsetzung von mehr Arten- und Umweltschutz schaffen?

Um langfristig den Arten- und Umweltschutz in der Gemeinde Wardenburg zu erhalten, bedarf es auch der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Landkreis Oldenburg eine/n Umweltbeauftragte/n einsetzt, der Gemeindeübergreifende Projekte für den Arten- und Umweltschutz schafft. Gespräche führen und Projekte fördern und dann auch vor Ort in der Gemeinde Wardenburg langfristig greifende Projekte – unter Einbeziehung von Bürger:innen, Landwirtschaft, untere Naturschutzbehörde, Gewerbe und Verwaltung umsetzen.

 

Frage 4:
Was planen Sie, um die Natur- und Umweltkompetenz der Menschen in unserer Region zu stärken? Wie sollen Naturerlebnisräume geschaffen und entwickelt werden? Was wird getan, um Natur- und Umweltbildungsangebote zu verbessern?

Ich engagiere mich im Bürgerverein Wardenburg e. V. u.a. für die Aktion Saubere Landschaft. Meine 3 Kinder habe ich dahingehend erzogen, den Lebensraum zu schützen und Natur und Umwelt zu achten. Über Vereine wie NABU Wardenburg, die verschiedenen Orts- und Bürgervereine in der Gemeinde Wardenburg, BSH, Kaninchenzüchterverein sollten niedrigschwellige Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche aber auch für Erwachsene durch die Kommune unterstützt werden. Wenn ein Verein wie das GWMF 6.000 Euro jährlich aus dem Haushalt der Gemeinde erhält, dann sollte ein ähnlicher Betrag auch für das Thema „Umweltbildung“ eingesetzt werden. Als Lehrer der IGS arbeite ich mit Jugendlichen und versuche auch, diese für die Natur zu sensibilisieren. Im Lehrplan NAWI erfolgt dieses Thema spezifisch für das Biotop der Hunteniederung in Wardenburg. Hierbei wird mit Jugendlichen die Hunte und die angrenzenden Biotope im Gemeindegebiet erkundet . Als Sportlehrer habe ich gemeinsam mit meinen Schüler:innen schulische Aktivitäten z.B. auch entlang der Hunte durchgeführt. Wir müssen junge wie alte Menschen wieder zurück in die Natur holen, damit sie den Bezug zur Natur wieder gewinnen.

 

Frage 5:
Welche Möglichkeiten sehen Sie, die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Umsetzung naturschutzkonformer Ziele zu unterstützen? Welche Kriterien sollen für die Bewirtschaftung und Verpachtung von Flächen im Eigentum der Kommune gelten?

Enge Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben und Verbänden hier vor Ort. Aber auch eine landkreisweite Förderung durch konkrete Maßnahmen. Sensibilisierung und Förderung der landwirtschaftlichen Verbände, die entsprechende Maßnahmen mit ihren Mitgliedern dann umsetzen. Insbesondere die Überdüngung mit Substraten der Massentierhaltung thematisieren, Verständnis für eine Begrenzung hier erreichen.

 


Frage 6:
Wie werden Sie Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen?

Auf kommunaler Ebene sind die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung eingeschränkt. Hier gilt es auch, landkreis- bzw. landesübergreifende Fördermöglichkeiten zu schaffen, die sowohl Großbetriebe als auch den Mittelstand und auch Kleinbetriebe zu mehr Nachhaltigkeit motivieren. „Think Tanks“ durch Treffen mit der Wirtschaftsförderung / den Unternehmen aus den verschiedenen Branchen schaffen. Durch Gespräche mit den Beteiligten zur Umsetzung von sinnvollen Aktionen beitragen und die Umsetzung der Projekte für mehr Nachhaltigkeit durch wenig Bürokratie und finanzielle Anreize fördern.

 

Frage 7:
Welche Maßnahmen zum Klimaschutz sollen zügig umgesetzt werden, um in Ihrem Wirkungsbereich die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen?

Begrenzung des individuellen Nahverkehrs durch gezielte Förderung des ÖPNV. Hier Transport zum symbolischen Preis um diesen Transportweg zu fördern. Begrenzung des öffentlichen Verkehrsraumes als Parkplatz, diesen zugunsten von Fahrradwegen ummünzen. Private PKW gehören auf die eigenen Grundflächen der Besitzer!

 

Frage 8:
Wie wird Ihrerseits ein wirksamer Beitrag zur Energiewende stattfinden? Schlägt sich dies in einer verbindlichen Regionalplanung und einem örtlichen Klimamanagement nieder?

Stärkung ÖPNV, Ausbau der Fahrradnutzung, siehe auch Punkt 7

 

Frage 9:
Welche Schwerpunkte setzen Sie bei der Förderung einer umwelt- und sozialverträglichen Mobilität?

Radwegeausbau, Förderung und Verbesserung ÖPNV. Mehr Raum für Menschen schaffen. Mehr Anreize für den Umstieg vom PKW auf andere Fortbewegungs-möglichkeiten (Gehen, Radeln, Busfahren … ) schaffen.

Wo möglich, schon in der Gemeinde Leuchtturmprojekte (Bürger-/Rufbus zu abgelegenen Wohnbereichen) schaffen – bestenfalls aber Landkreisweit / Landesweit umsetzen

 

Frage 10:
Welche Zukunftsprojekte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Hier vor Ort in der Gemeinde Wardenburg liegt mir die Freihhaltung der verbliebenen Flächen sehr am Herzen. Wir müssen die weitere Versiegelung von Flächen verhindern und gleichzeitig Anzreize dafür schaffen, dass nicht genutzte, bereits versiegelte Flächen sinnvoll genutzt oder wieder entsiegelt werden (Beispiel Leerstand Lidl/Netto Reiherweg). Auch müssen großflächige Flächenversiegelungen wie z.B. bei dem Autohandel in Astrup hinterfragt und reglementiert werden.

Der Mensch / Bürger:in / Wähler:in entscheidet sowohl beim Einkauf (Billigfleisch oder Fleisch aus artgerechter, regionaler Tierhaltung) als auch bei der Gartengestaltung, bei seinem Umgang mit der Umwelt und Natur. Mir liegt am Herzen, die Menschen wieder mehr für ihre Umwelt zu sensibilisieren, denn Naturschutz fängt in jedem Haushalt an. In Schulen und über Vereine (die in diesem Bereich durch die Verwaltung/Politik) unterstützt werden sollen, Projekte unterstützen, die den Menschen informiert und auch live wieder mehr in die Natur bringt.

Das Radwegenetz und ÖPNV-Netz ausbauen, um für umwelt- und menschenfreundlichere Mobilität in der Gemeinde Wardenburg und weit darüber hinaus zu sorgen.

 

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